Wird 2018 ein Schneckenjahr?

In die Glaskugel kann ich leider nicht schauen. Dennoch beschäftigt mich diese Frage, seit ich vor zwei Wochen in meinem Kompost-Abfalleimer (den ich über Nacht im Garten vergessen hatte) unzählige kleine Schnecken vorfand.

Wie man anhand meiner Schneckenbeiträge nachlesen kann, bin ich bei diesem Thema auch ganz schön vorbelastet. Mein Gemüsegarten ist aus einer brachliegenden Wiese entstanden und seit dem habe ich das Gefühl, dass sich die kleinen Weggefährten ihr Gebiet um jeden Preis zurückerobern wollen (was übrigens auch leider für die unsprünglichen Wildpflanzen gilt…).

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Das einzige was den gefräßigen Plagegeistern einhalt gebietet ist mein Schneckenzaun, der jedoch auch sorgfältig vom Umkraut freigehalten werden muss. Denn jede grüne “Brücke” wird sofort genutzt, um ins Schlaraffenland voller Erdbeeren und Salat zu gelangen. Im Bio-Gemüsegarten hilft dazu nur konsequentes Absammeln, denn auch unser vielversprechendes Laufenten-Experiment, fand leider kein Happy-End.

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Aber nun zurück zur eigentlichen Frage. Kann man ein Schneckenjahr im Winter voraussagen? Spricht man mit erfahrenen Gärtnern, so soll ein kalter Winter die Schneckenpopulation reduzieren. Aber stimmt das überhaupt? Wenn es so einfach wäre, dann würde es in Regionen mit frostigen Wintern doch kaum Schnecken geben. Nein, so einfach ist es leider nicht.

Die bei uns heimischen Schnecken haben sich längst den frostigen Wintern angepasst. Und wenn die Temperaturen nach einem milden Herbst nicht zu schnell fallen, können sich die Tiere darauf einstellen und den Winter unbeschadet überleben. Nur wenn im Mai noch starke Spätfröste auftreten, könnte das eine Schneckenvermehrung deutlich bremsen. D.h. die Entwicklung einer Schneckenplage hängt nicht vom Winter, sondern mehr vom Frühling ab.

Kann man denn nichts zur Vorbeugung machen?

Doch, kann man. Sobald nach den Frösten der Boden nicht mehr allzu nass ist – wenn möglich schon im Februar – sollte man mit dem Auflockern der Erde beginnen. Dazu den Boden durchhacken oder zumindest mit dem Grubber durchziehen.

Auch wenn es mühsam ist, lohnt es sich. Denn dabei legt man vor allem Schneckeneier frei. Diese sollte man übrigens auf der Bodenoberfläche liegen lassen, als Vogelfutter für die zuhause gebliebenen Singvögel. Und da der Frost garantiert nochmals kommt, sind die Eier so auch nicht mehr vor der Kälte geschützt.

Wird 2018 ein Schneckenjahr?Was man dagegen tun kann findest du auch Selbermachen macht glücklich: DI, Biogarten, Bistoffe, Nähen #garten #biogarten #schnecken

Dieses frühe Bodenlockern bremst zudem auch das Wachstum der ersten Unkräuter. Das nenne ich “zwei Fliegen mit einer Klatsche” – ein Versuch ist es dieses Jahr auf jeden Fall wert, finde ich.

Liebe Gartengrüße,
Birgit

Verlinkt bei Samstagsplausch und einfachnachhaltigbesserleben.

 

 

 

11 thoughts on “Wird 2018 ein Schneckenjahr?”

  1. Hallo Birgit!

    Mit großem Interesse habe ich Deinen Tipp gelesen, haben wir doch im Garten selbst immer wieder Probleme mit den Biestern!

    Deine Idee klingt bestechend einfach und sehr logisch. Ich drücke Dir die Daumen, dass es hilft!

    lg
    Maria

  2. Das mit dem Boden auflockern klingt gut….aber meine Nachsaaten geh’n dann flöten?Bartnelken,Jakobsleitern und Co.???Mein Hochbeet werde ich aber ab morgen durchwühlen…hatte nämlich letztes Jahr auch eine Schneckeninvasion…ab Ende Juni aufsteigend so 50 bis 100 Schnecken pro Tag…und das bei einem 300qm grossen Garten.?…..die letzten …habe ich Ende November in “Urlaub?”auf nimmer Wiedersehen geschickt.

    1. Stimmt, das “Problem” mit der Nachsaat hab ich in meinem Garten nicht. Ich warte jetzt mal den Frost ab und dann gehts ran an die Beete :-). Glg, Birgit

  3. Zum ersten mal hab ich letztes Jahr Kürbisse gezogen und gepflanzt – und dann haben die Biester fast die Hälfte aufgefressen! Sie mochten besonders die Hokkaidos. Ich wollte es für dieses Jahr eigentlich lassen, aber vielleicht versuche ich mein Glück doch noch einmal. Danke für die Tipps!
    Viele Grüße
    Stacia

    1. Bei mir war es mit den Tomaten ganz schlimm, dabei dachte ich, dass Schnecken Tomaten garnicht mögen. Ohne Schneckenzaun ging da letztes Jahr garnichts. ich drück dir die Daumen! Glg, Birgit

  4. Guter tipp, ich probiers aus! Aber die mulchschicht muss dann vermutlich auch weichen und auch erstmal wegbleiben, nehm ich mal an? Wär ja wiede ne tolle wärme-decke für die schnecken- kinderkrippe…dafür werde ich bei der gelegenheit die über den winter gesammelten zerstampften eierschalen gleich danach ausstreuen, die sollen die schnecken ja nicht mögen…
    Viel glück dir und allen im kampf gegen die invasion!
    Antje von lelonuk

    1. Stimmt, unter dem Mulch fühlen die sich besonders wohl :-). Ist auch während der Gartensaison nicht so einfach hier die Balance zu finden, da das Mulchen ja dem Boden so gut tut und das Unkraut unterdrückt, jedoch die Schnecken sich gut verstecken können. Glg, Birgit

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