Das 1×1 der Mischkultur im Biogarten!

Bevor man sich zum Jahreswechsel ans Bestellen des richtigen Bio-Saatguts macht, lohnt es sich, sich vorab Gedanken über die gewünschte Pflanzenzusammenstellung zu machen. Denn durch das geschickte Kombinieren von verschiedenen Sorten im gemeinsamen Beet (Mischkultur) schont man nicht nur den Boden, sondern kann auch von den positiven Wechsel- und Schutzwirkungen zwischen den Pflanzen profitieren.

Der Klassiker hier ist z.B. das gemeinsame Pflanzen von Möhren und Zwiebeln. Diese beiden Gemüsesorten wehren wechselseitig die Zwiebel- und Möhrenfliege ab und schützen sich somit gegenseitig. Dazu besteht zwischen den beiden auch eine gute räumliche Aufteilung – die Möhren wachsen tief und die Zwiebeln breiten ihre Wurzeln flach aus.

Das 1x1 der Mischkultur im Biogarten - Selbermachen macht glücklich: DIY, Biogarten, Nähen

Dazu gibt es noch jede Menge anderer guter “Nachbarn”, die sich in den Beeten sympatisch sind. So kombiniert man gerne frühe Möhren mit Zwiebeln und späte Möhren mit Lauch. Bei den Buschbohnen lohnt es sich das Bohnenkraut mit auszusäen, da es gegen Bohnenläuse hilft (mehr dazu in diesem Beitrag).

bohnenlaus-schwarze-laeuse-1-selbermachen-macht-gluecklich

Und den Zuckermais kann man gut mit Stangenbohnen und Kürbis zum sogenannten Milpa-oder Indianer-Beet kombinieren. Der Zuckermais dient den Bohnen als Stütze – die wiederum den Boden mit Stickstoff versorgen – und der Kürbis beschattet den Boden.

kw25-garten-stangenbohnen-selbermachen-macht-gluecklich

Auch Kräuter spielen in der Mischkultur eine wichtige Rolle. Sie schützen nicht nur die Pflanzen, sondern lassen diese auch besser schmecken, wie z.B. Kümmel und Koriander bei Frühkartoffeln, sowie Dill bei Möhren. Salbei, Thymian und Pfefferminze schützen das Kohlbeet vor dem Kohlweißling – wahrscheinlich durch ihren intensiven Geruch – und versorgen dazu auch noch Nützlinge mit wertvollem Nektar.

2-biene-auf-ringelblume-selbermachen-macht-gluecklich

Auch Ringelblumen und Tagetes sind wachstums- und gesundheitsfördernde Nachbarn im Gemüsegarten und verschönern mit ihren leuchtenden Farben jeden Gemüsegarten.

0-blume-selbermachen-macht-gluecklich

1-biene-auf-ringelblume-selbermachen-macht-gluecklich

Bei der Mischkultur darf generell auch gerne experimentiert werden, nur die “schlechten Nachbarn” sollte man sich gut einprägen, um unnötigen Misserfolgen vorzubeugen. Wenn man neu in dieses Thema einsteigt, nutzt man bei der Beetplanung am besten die erprobten positiven Wirkungen und vermeidet ungünstigen Pflanzenkombinationen:

Gute Nachbarn zum Ausprobieren

  • Frühe Möhren – Zwiebeln
  • Späte Möhren – Lauch
  • Buschbohnen – Rote Beete – Bohnenkraut
  • Sellerie – Lauch
  • Möhren – Salat – Schnittlauch
  • Tomaten – Petersilie
  • Tomaten – Sellerie
  • Salat – Radieschen – Kohlrabi
  • Kohl – Buschbohnen
  • Gurken – Dill

Schlechte Nachbarn zum Einprägen

  • Salat – Petersilie
  • Fenchel – Tomaten
  • Buschbohnen – Zwiebeln
  • Kohl – Zwiebeln
  • Tomaten – Erbsen
  • Erbsen – Bohnen
  • Kartoffeln – Sonnenblumen
  • Kartoffeln – Tomaten
  • Kohl – Senfsaat
  • Sellerie – Salat

Wenn man sich an dieser Liste orientiert, kann man eigentlich schon nicht mehr viel falsch machen!

Liebe Gartengrüße,
Birgit

Verlinkt bei Samstagsplausch, Giftfreies Gärtnern und einfachnachhaltigbesserleben.

13 thoughts on “Das 1×1 der Mischkultur im Biogarten!”

  1. Guten Morgen,
    ich habe mir gleich ein Lesezeichen gesetzt. Danke für den wunderbaren Artikel. Ich habe mir im Herbst ein Beet angelegt und werde in diesem Frühjahr das erste Mal mein eigenes Gemüse anpflanzen. Da werde ich deine Tipps gleich beherzigen.
    LG
    Yvonne

  2. Hallo!

    Das ist eine super Zusammenstellung, danke dafür! Da ich selbst dieses Jahr zu Gärtnern beginnen möchte, wird mir das sicher helfen bei der Auswahl.

    Danke fürs Verlinken zu EiNaB!

    lg
    Maria

  3. Ein wunderbarer Artikel ist das. Vielen Dank.
    Da ich in diesem Jahr nur Kartoffeln anbauen will, damit sich der Boden verbessert und wir das Unkraut los werden, gefällt mir der Tipp mit dem Koriander besonders gut.

    Ganz besonders gut gefällt mir das vorletzte Foto, auf dem man etwas von der Umgebung des Bauerngartens sehen kann. Das könnte ich mir stundenlang anscheune und vom Garten träumen.

    Liebe Grüße
    die Mira

    1. Liebe Mira, ja ich lieb die Umgebung auch so sehr. Da kann man so richig gut abschalten, trotz mühsamer Gartenarbeit. Glg, Birgit

  4. Das Beachten von guten und schlechten Nachbarn ist, wie ich lernen durfte, unglaublich wichtig. Spätestens als wir uns wunderten, warum manches nicht wirklich in die Gänge kommt, kamen wir auf die Idee, mal nachzuforschen. Und siehe da – sie hatten schlechte Nachbarn. Seitdem achten wir sehr darauf und planen die Beetaufteilung vorab.
    Liebe Grüße
    Chrissie

  5. Ich bin noch nicht soweit.
    Meine „echten“ Nachbarn sind alle gut. Bin mal gespannt, ob mein Günter mich auf den Artikel anspricht. Er möchte so gerne, dass
    i c h gärtnern würde. Bis jetzt beschränkt sich mein Interesse aber nur auf deine interessanten Einträge.
    Du machst das prima! ????

  6. Hallo, liebe Birgit, ich hab mir hier auch gleich ein Lesezeichen gesetzt, denn ich will heuer um einiges mehr anbauen als bisher, und da sind deine Tipps bestimmt sehr hilfreich! Vielen Dank dafür!
    Herzliche Rostrosenmontagsgrüße,
    Traude

  7. Liebe Birgit,
    schöner Beitrag über das Mischkultur Konzept mit interessanten Anregungen. Wir haben derzeit die Aktion “Blogger für giftfreies Gärtnern” vielleicht möchtest du mit diesem oder einem anderen passenden Beitrag ja mitmachen?

    Viele Grüße Basti

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.